Oldtimer & Reisen

Warum ein Volkswagen T3 als Campingbus?

Da wir beide gerne Auto fahren und gerne Reisen, wuchs in uns der Beschluss ein Campingbus zu kaufen. Warum wurde es ein Volkswagen? Ich fahre seit Jahren Golf und habe auch schon mal einen T4 besessen. Dieser war damals für meine Imkerei als Arbeitsfahrzeug gedacht, jedoch habe ich mit einer Matratze auch da schon schöne Trips unternommen, indem ich bei den Bienen übernachtet habe (bis dann mal 200 Liter Zuckerwasser ausgelaufen sind und ich die Kleberei nie wieder ganz wegbekommen habe ☺). Ich liebe das Fahrgefühl von Volkswagen. Egal ob Bus oder Golf, irgendwie hat es immer was von Trecker fahren. Es läuft und läuft und ist einfach, unaufgeregt und angenehm! VW T3 Bulli vor der Restaurierung und dem Lackieren
Da wir Oldtimer lieben, fiel die Wahl innerhalb der Volkswagenreihe schnell auf einen T3. Dieses Fahrzeug ist komplett selber „schraubbar“, weltweit bekannt und aufgrund des relativ „jungen“ Alters noch halbwegs bezahlbar und sehr verbreitet. Das heißt, egal wo man sich gerade im Cosmos rumtreibt- sollte etwas nicht reibungslos laufen: Irgendeine Reparaturmöglichkeit findet sich immer! Manche ukrainischen T3 Besitzer fahren übrigens seit Jahren erfolgreich auf Tüddeldraht und Panzerband ☺.

Einen alten Bulli kaufen und Restaurieren

Im Jahr 2019 war es endlich soweit: Ein für unser Budget in Frage kommender T3 mit seltenem „Nordlicht“- Hochdach, stand in Münster zum Verkauf und wir wurden uns mit dem Besitzer handelseinig. Zu dem Zeitpunkt besaßen wir jedoch weder über nennenswerte „Schrauber-Skills“ noch über einen Stellplatz oder Garage wo wir ansatzweise die notwendigen Umbauten hätten durchführen können. Wie konnten wir nun unseren Traum vom Van-Life umsetzen?

VW Bus im Ausland lackieren und ausbauen lassen?

Schnell reifte der Entschluss, den Bus für eine Schönheitskur in die Ukraine zu fahren. Durch Borys Kontakte konnten wir in der Nähe von Czernowitz (in den Karpaten) einen Lackierer finden, der bereit war die Arbeit durchzuführen. Ende 2019 fuhren wir den Bus bei Schnee und Eis in die Ukraine. Zunächst mussten alle auf den Frühling 2020 warten, da bei Frost nicht lackiert werden konnte. Mit dem Frühling kam erst das Hochwasser nach Czernowitz und überschwemmte die Werkstatt. Dann hatte auch die Corona-Pandemie das Land fest im Griff. Durch diese Umstände konnten wir nicht so oft „gucken fahren“ wie wir es ursprünglich beabsichtigt hatten. Ohne Kontrolle vor Ort geriet die Arbeit leider ins Stocken. Der Lackierer entpuppte sich als sehr unzuverlässig und es kostete uns eine Menge Geld, Zeit und Nerven einen neuen Projektmanager zu finden, der den Bus in eine andere Werkstatt überführte und die notwendigen Arbeiten weiter vorantrieb. 

Lackierung von Oldtimer: Planung mit T3 Designer

Im Herbst 2020 nahm die Arbeit erstmal wieder Fahrt auf. Bilder von der neuen Lackierung vertrösteten uns und ausführliche Fotoberichte dämpften unser Fernweh.  Jedoch wurden wir zunehmend misstrauisch, als Quittungen ausblieben und Fantasiepreise für Ersatzteile, Arbeiter und Umrechnungskurse genannt wurden. Da wir offensichtlich erneut „verarscht“ werden sollten, unternahmen wir jegliche Anstrengung trotz Corona in die Ukraine zu reisen und nochmal einen neuen Projektmanager zu finden. Durch Zufall (eigentlich nur weil er uns als Spezialist für Standheizungen genannt wurde) trafen wir bei unserem 5. Ukraine Besuch im Mai 2021 Losha, einen ehemaligen Scharfschützen, der seinen Werkstattbetrieb mit Charme und eiserner Disziplin führt. Hier wurden Arbeiten, die zuvor in Monaten nicht erledigt wurden binnen Stunden ausgeführt. Rumstehen und zugucken war nicht, wir wurden in die „Schrauberei“ eingeführt und mussten kräftig mit anfassen und endlich konnten wir unseren Bus in seiner Herrlichkeit genießen!

VW T3 Bulli lackiert und restauriert in Damusoweiß und Marsallarot

Endlich Road Trip in die Ukraine im Camper Van

Im Juni/Juli diesen Jahres fuhren wir erneut in die Ukraine, diesmal mit dem festen Ziel den Bus als Urlaubsstätte zu nutzen. Bislang hatten wir meist bei Bekannten und in Hotels übernachtet und konnten den Bus nur in seinem desolaten Zustand besichtigen. Nichtsdestotrotz haben wir neue Stoßdämpfer aus Deutschland mitgebracht, die Borys unter den Argusaugen von Losha einbauen musste. Gemeinsam wurden auch noch die hinteren Dreipunktsicherheitsgurte eingebaut. Alles streng nach Vorschrift, da es in letzter Instanz schließlich vor einem deutschen TÜV Bestand haben muss. Die neuen Stoßdämpfer waren wirklich eine lohnenswerte Investition. Plötzlich ließ das typische Schwanken und Wackeln unseres „Raumschiffs“ ganz entschieden nach, ohne dass sich die Straßenbedingungen wesentlich gebessert hätten. Bald erscheint hier auf dem Blog ein Beitrag zum Autofahren in der Ukraine, den du unbedingt lesen solltest bevor du deinen Road Trip planst ☺

Die Vorschriften, die es in Deutschland bezüglich der Verkehrssicherheit gibt, lassen so manchen Ukrainer verdutzt die Stirn runzeln. Ich hatte in der Ukraine oft den Eindruck, dass wenn etwas funktioniert, dass es dann auch irgendwie ok ist. Die Polizei ist ohnehin nicht primär an der Verkehrssicherheit interessiert und wenn ihr wirklich etwas sauer aufstoßen sollte, ist sie meist bereit für einen „Beitrag zur Kaffeekasse“ die ganze Angelegenheit ruhen zu lassen. 

Camping im VW T3 in der Ukraine am Dnister Canyon - Van Life pur!

Auch wenn es wieder ein bisschen Schrauberei gegeben hat, fühlte sich der bislang letzte Trip in die Ukraine tatsächlich mal wie ein Campingurlaub an. Wir konnten an entlegenen Orten übernachten und auch einfach am Fluss, direkt an der Straße, wenn wir abends müde wurden. Genauso hatten wir uns das ursprünglich gedacht, als wir uns den Bus vor 3 Jahren gekauft haben. Ich habe damals noch gelacht, als ich von anderen Bulli-Fans utopische Summen genannt bekommen habe, die sie in ihre altersschwachen Kisten gesteckt haben. Am eigenen Leib- bzw. der eigenen Karosserie muss ich nun feststellen, dass die Schmerzgrenze bei Bulli-Besitzern erstaunlich hoch ist und man bereit ist auf überraschend viel zu verzichten, wenn es darum geht das Geld für notwendige und auch hübsche Extras für den geliebten Oldie aufzubringen. Da der Bus im Vorbeifahren so viele Augen zum Leuchten bringt, hatten wir auch schnell das Gefühl einen kleinen Beitrag zum öffentlichen Leben zu leisten und entwickelten zudem ein bisschen historisches Verantwortungsgefühl gegenüber anderen Oldtimer-Besitzern. Irgendwie wird das gute Stück dann schneller Teil der Familie als man glaubt. Tatsächlich wären trotz der Extrakosten, die wir nur hätten vermeiden können, wenn wir mehr Kontrollmöglichkeiten vor Ort gehabt hätten, viele der durchgeführten Arbeiten für uns in Deutschland absolut nicht finanzierbar gewesen. Und trotz des gezahlten Lehrgelds, sind wir immer mal wieder auf der Suche nach neuen Projekten, die wir mit Hilfe unserer neuen Kontakte in der Ukraine realisieren können. Wenn es soweit ist, werde ich euch davon hier berichten! 

Wenn dich die Details des Umbaus und der Renovierung von unserem T3 "Cosmos" interessieren, schau dir den ausführlichen Artikel dazu an (der bald hier abrufbar sein wird ☺).
Und falls du mal ausprobieren willst, ob Campen, Roadtrips und Van-Life überhaupt für dich geeignet sind, kannst du über eine Plattform wie z.B. PaulCamper (unbezahlte Werbung!) ein Wohnmobil oder Kleinbus, Campervan von Privatleuten mieten, bist jedoch versichert und kannst Modelle und Camping im Campervan oder Camping Mobil mal ganz entspannt für dich ausprobieren.  
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Hier im Blog wird es immer wieder Updates zu Arbeiten am Bus, Schrauberei, Vernetzung bei T3 Treffen und Reisen im Bus geben. Schreibe mir gerne eine Mail, wenn du einen tollen Camper besitzt und bereit bist dich und deinen Ausbau für unsere Leser interviewen zu lassen! Schau doch gerne immer mal wieder vorbei!! 

 

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